Neue Hoffnung nach der Schwangerschaft: Die innovative FRANCIS‑Methode
Wie ein Team des Franziskus Spitals Margareten Bauchwand‑Rekonstruktion und Ästhetik in einer einzigen Operation vereint
Eine Schwangerschaft verändert den Körper – manchmal nachhaltiger, als vielen Frauen vorher bewusst ist. Bei einem beträchtlichen Teil der Frauen bleibt nach der Geburt eine sogenannte Rektusdiastase zurück: ein dauerhaftes Auseinanderweichen der geraden Bauchmuskeln. Schätzungen zufolge ist rund jede dritte erwachsene Frau betroffen. Häufig kommt eine kleine Nabelhernie (ein Nabelbruch) hinzu.
Was zunächst nach einem rein kosmetischen Thema klingt, ist für die Betroffenen oft eine echte Belastung im Alltag: Eine instabile Rumpfmuskulatur kann zu chronischen Rückenschmerzen, Haltungsproblemen und sogar zu Beschwerden wie Harninkontinenz führen. Hinzu kommt die sichtbare Vorwölbung der Bauchdecke, die viele Frauen psychisch stark belastet.
Erfahren Sie im Folgenden, wie die FRANCIS‑Methode Funktion und Ästhetik in einem einzigen Eingriff vereint – oder vereinbaren Sie direkt einen Termin.
Warum bisherige Behandlungen oft nicht zufriedenstellen
Für die funktionelle Reparatur gibt es bewährte, minimalinvasive Verfahren, die den Bauchmuskel wieder zusammenführen und mit einem Netz verstärken. Sie sind schonend und gut erprobt. Doch sie haben einen Haken: Den schwangerschaftsbedingten Überschuss an Haut können sie nicht beheben. Genau dieser Hautüberschuss ist es aber, der viele Patientinnen mit dem ästhetischen Ergebnis unzufrieden zurücklässt.
Die naheliegende Lösung – zusätzlich eine Bauchdeckenstraffung (Abdominoplastik) – ist heikel. Beide Eingriffe können die feine Blutversorgung des Bauchnabels beeinträchtigen. Werden sie ungünstig kombiniert oder nacheinander durchgeführt, steigt das Risiko, dass der Nabel nicht mehr ausreichend durchblutet wird. Der Nabel ist jedoch ein zentraler optischer Bezugspunkt für ein natürliches Bauchbild – sein Erhalt ist also entscheidend.
Die Idee: alles in einem Eingriff – und der Nabel bleibt erhalten
Hier setzt die neu entwickelte FRANCIS‑Methode an. Der Name steht für „females postpartum with rectus diastasis benefit from abdominoplasty in navel sparing technique combined with intervention in sublay technique“ – also die Kombination einer nabelschonenden Bauchdeckenstraffung mit einer stabilen Netz‑Rekonstruktion der Bauchwand, durchgeführt in einer einzigen Operation.
Entwickelt wurde die Technik im Hernien‑Kompetenzzentrum des Franziskus Spitals Margareten in Wien, das jährlich rund 1.200 Hernienoperationen durchführt. Auf Basis dieser großen Erfahrung entstand ein integrativer Ansatz speziell für Frauen nach der Schwangerschaft, die gleichzeitig unter einer Rektusdiastase und einem Nabelbruch leiden.
Das Besondere: Ein interdisziplinäres Team aus erfahrenen Hernienchirurg:innen und plastisch‑rekonstruktiven Chirurg:innen arbeitet Hand in Hand. So lassen sich die funktionelle Stabilität der Bauchwand und ein harmonisches ästhetisches Ergebnis miteinander verbinden – während die empfindliche Durchblutung des Nabels gezielt geschont und der Nabel erhalten wird.
Die Vorteile auf einen Blick
- Funktion und Ästhetik in einem Schritt: stabile Bauchwand‑Rekonstruktion und Straffung der überschüssigen Haut werden gemeinsam gelöst.
- Erhalt des Bauchnabels: durch eine präzise, gefäßschonende Operationsplanung.
- Nur ein Eingriff: eine einmalige Narkose, ein Krankenhausaufenthalt, eine Erholungsphase – das schont Patientinnen, ihr berufliches und familiäres Umfeld und entlastet das Gesundheitssystem.
- Geschütztes Netz: das eingebrachte Netz liegt gut eingebettet hinter dem Muskel und ist dadurch gut vor Wundheilungsstörungen geschützt.
Ein Beispiel aus der Praxis
Für wen die Methode geeignet ist
Wissenschaftlich publiziert
An der Entwicklung und wissenschaftlichen Aufarbeitung der FRANCIS‑Methode war Dr. Matthias Hofmann gemeinsam mit einem interdisziplinären Team maßgeblich beteiligt. Der dazugehörige Fachbeitrag wurde in der renommierten Zeitschrift Die Chirurgie (Springer) veröffentlicht und erweitert damit die Behandlungsmöglichkeiten für betroffene Frauen entscheidend.
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